23.05.2019: Vortrag von Dr. Hans Georg Hiller von Gaertringen

Besuch einer Ausstellung im Jahr 1938 - Der Maler Klaus-Andreas Moering und das gebrochene Weiterleben des Expressionismus in der NS-Zeit

1938 besuchte der junge Maler Klaus Andreas Moering (1915-1945) mehrmals die NS-Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ in Berlin. Trotz der diffamierenden Präsentation der Werke der Avantgarde bot sich ihm hier die Gelegenheit, seine Vorbilder zu studieren und autodidaktisch von ihnen zu lernen. In Notizen und Briefen hielt Moering seine Eindrücke und Schlussfolgerungen für den eigenen künstlerischen Werdegang präzise fest. Ausgehend von diesen sensiblen Beobachtungen und Seherfahrungen in abgründigem Kontext, nähert sich der Vortrag einem weithin vergessenen malerischen Talent, das für die verlorene zweite Generation expressionistischer Kunst in Deutschland steht.  

 

Dr. Hans Georg Hiller von Gaertringen, Studium der Kunstgeschichte in Berlin, Dresden und Neapel. Promotion 2009  an der Humboldt-Universität Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Architektur- und Kulturgeschichte Berlins sowie zur Museumsgeschichte ("Eine Geschichte der Berliner Museen in 227 Häusern", 2014). In dem Band "Leopold Reidemeister. Ein deutscher Museumsmann" (Hrsg. Magdalena M. Moeller, 2017) ist Hiller von Gaertringen mit zwei Beiträgen vertreten: über Reidemeister als Generaldirektor der Staatlichen Museen sowie über seine "Reunion der Expressionisten" im Brücke-Museum.

 

Zeit: 23. Mai 2019, 18:15 bis 20 Uhr

Ort: wird in Kürze bekannt gegeben